Wohin mit all den stressigen Gedanken? – Die Geschichte vom rosa Tütchen.

rosa tütchen

Heute möchte ich euch die Geschichte vom rosa Tütchen zeigen.

Eine Geschichte, die mich schon lange begleitet. Damals kannte ich all den ‘Persönlichkeitsentwicklungs-Kram’ noch nicht. Und doch hat sie mich einfach so sehr angesprochen und mir vor Augen geführt, dass da einfach noch mehr ist. Noch mehr Möglichkeiten, noch andere Blickwinkel, ein anderes Leben.

Als mein schwarzes Tütchen überfüllt war und ich mit aller Kraft an ihm festhielt, da hing ein aus Papier gebasteltes rosa Tütchen am Kühlschrank.

Und manchmal, wenn ich daran vorbeikam, hielt ich inne und legte eine kleine Erinnerung hinein.

Wie geht’s dir beim Blick in dein rosa Tütchen?
Und hast du dein schwarzes Tütchen schon entsorgt?

 

Die Geschichte vom rosa Tütchen

(gefunden: hier)

„Als ich eines Tages, wie immer traurig, durch den Park schlenderte und mich auf einer Parkbank niederließ, um über alles nachzudenken, was in meinem Leben schief läuft, setzte sich ein junges fröhliches Mädchen zu mir.

Es spürte meine deprimierte Stimmung und fragte voller Mitempfinden:
„Warum bist Du so traurig?“

„Ach“ sagte ich, „ich habe keine Freude am Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

„Hmm,“ meinte das Mädchen, „wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da einmal hineinschaun.“

„Was für ein rosa Tütchen?“ fragte ich verwundert. „Ich habe nur ein schwarzes Tütchen“. Wortlos reichte ich es ihm.

Vorsichtig öffnete das Mädchen mit seinen zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein.

Ich bemerkte, wie es erschrak: „Es ist ja voller Albträume, voller Unglück und schlimmer Erlebnisse!“

„Was soll ich machen? Es ist eben so. Daran kann ich doch nichts ändern.“

„Hier nimm,“ meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. „Sieh hinein!“

Mit etwas zitternden Händen öffnete ich das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. Und das, obwohl das Mädchen noch jung an Menschenjahren war. „Wo ist Dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig.

„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter drum,“ sagte es. „Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen im Laufe des Lebens voll zu bekommen. Da stopfe ich soviel wie möglich hinein. Und immer wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne, traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann geht es mir sofort wieder besser. Wenn ich einmal alt bin und mein Ende droht, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis oben hin und ich kann sagen: »Ja, ich hatte etwas vom Leben. Mein Leben hatte einen Sinn!«“

Noch während ich verwundert über diese Worte nachdachte, gab es mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden. Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen. Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein.
Es war fast leer, bis auf einen zärtlichen Kuss, den ich von dem Mädchen auf der Parkbank erhalten hatte.

Bei dem Gedanken daran musste ich schmunzeln und mir wurde warm ums Herz. Glücklich machte ich mich auf den Heimweg, nicht vergessend, am nächsten Papierkorb mich meines schwarzen Tütchens zu entledigen.

(Peter Graf v. Eysselsberg)

 

Wo sammelst du deine schönen Erinnerungen und Glücksmomente?

Wann nimmst du dir Zeit, um bewusst in deinem rosa Tütchen zu kramen?
Welches waren die ressourcevollen Momente in deinem Leben?
Welche Momente gab es in der letzten Woche?
Und welchen Moment heute?

 

ent-SORG-ung!

Und: hast du bereits das schwarze Tütchen von letzter Woche entsorgt?

Wie gelingt es dir, hinderliche, stressige Gedanken und Erlebnisse loszulassen?
Hast du ein besonderes Ritual?
Oder gehst du vielleicht die Gedanken und Sorgen immer wieder durch, drehst und verdrehst sie im Kopf, hast schlaflose Nächte?Hast du vielleicht auch Freunde und Bekannte, die dir eine Stütze sind und deinen Prozess begleiten?

Ich wünsche dir viele kleine und große Momente in deinem rosa Tütchen. Schöne Erinnerungen, für die du dir bewusst Zeit nimmst.
Ganz besonders heute!

 

Alles Liebe,

 

Deine Olga

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