Aufbruch. Rückblick Januar 2019.

Vielleicht sollte ich mich daran gewöhnen, dass viel los ist und viel passiert in meinem Leben.
Januar 2019

Gegensätzlicher hätte das Jahr nicht starten können. Von Schnee bis Tropen, von Arbeiten bis zum Umfallen bis Urlaub, von 120qm auf 12qm, von Minimalismus zu unendlicher Fülle.
Es fühlt sich an wie zwei unterschiedliche Leben, die wir gelebt haben und rückblickend ist es geradezu unwirklich, dass all das wirklich in 31 Tage passt. Ich weiß, das sage ich oft in meinen Rückblicken. Vielleicht sollte ich mich daran gewöhnen, dass viel los ist und viel passiert in meinem Leben.

Hausvermietung, Minimalismus und eine endlose To-Do-Liste – unsere Learnings.

Der Januar startete bei uns mit einer Deadline: 10.01., 10:25 Uhr.

Wir hatten ein Haus voller Zeug, das es auszuräumen galt, um es in einen vermietbaren Zustand zu bringen. Raum für Raum arbeiteten wir uns vorwärts, füllten endlos viele Tüten mit Müll, spendeten kistenweise Klamotten, Spielzeug, Deko. Es war oftmals erschreckend, was tatsächlich alles in unserem Besitz ist. Vier Tage lang habe ich allein in der Küche verbracht, um zu ordnen, zu sortieren, zu putzen und auszuräumen. In diesen vier Tagen habe ich auch die komplette Marie Kondo Staffel auf Netflix gesehen. Irgendwie hat mich das motiviert, anderen beim Aufräumen zuzuschauen, eigentlich mehr zuzuhören, ich habe nebenher ja in meinen eigenen Schubladen gekramt.

My Kondo home
Olga, dein Zuhause schaut jetzt aus wie bei Instagram.
Danke, Flo! Wie lange das wohl hält?

Zwei Tage vor Abflug hat mein Mann mit einem Freund noch das Kinderzimmer gestrichen, weil die Wände dort wirklich sehr mitgenommen waren. Am Tag vorher war eine Freundin spontan bereit, alle Kinder nachmittags zu betreuen, damit wir den letzten Schliff hinbekommen konnten.

Was wir in diesen zehn Tagen gelernt haben:

  • große Ziele setzen große Kraft in Bewegung
  • da sind so viele wundervolle Menschen, auf die wir uns verlassen können
  • Does it spark joy? – sollten wir uns immer fragen, bevor irgendwas in unser Haus einziehen darf
  • wir ziehen nie wieder um, ohne vorher auszumisten
  • Nein, danke!” ist die Antwort auf jedes “Hey, das hab ich noch übrig…”
  • alles braucht einen festen Platz – dann klappt es auch mit dem Visum
  • ohne Pausen geht es nicht
  • die Paw Patrol ist nicht der schlechteste Babysitter
  • 2000 Liter Heizöl kannst du von heute auf morgen haben. Eine neue Matratze jedoch braucht 7-10 Wochen.
  • auch wenn es attraktiv erscheint – eine Geburtstagsparty drei Tage vor Abflug ist eine schlechte Idee

Aufbruch und Umbruch. Unser Start in Thailand.

Dann war es soweit, die Deadline da und wir voll ausgerüstet mit all dem, was uns wichtig erschien, um die nächsten drei Monate als Familie in Thailand zu verbringen. Wir reisten von Stuttgart nach Frankfurt, von Frankfurt nach Bangkok, von Bangkok nach Chiang Mai, von Chiang Mai nach Pai in vier Tagen. Müde und voller Vorfreude kamen wir an unserer ersten Station an und alles war bereit: Unser Vermieter holte uns vom Busbahnhof ab, das Zimmer mit extra Matratze wartete auf uns und Andi von der Loewenfamilie hatte Essen gekocht – Nudeln mit Bolognese und eine asiatische Suppe.

Die Kleinen aufgereiht in Pai.

In den nächsten Tagen erlebten wir das Zusammenleben mit drei Familien in einem Haus und lernten die Gegend kennen. Nach zehn Tagen dröselten wir unser Co-Living wieder auf – jede Familie war in einer eigenen Unterkunft, um sich auch zurückziehen zu können und die Tage in Ruhe starten und beenden zu können. Eine wirklich wichtige Lektion für uns: Es braucht Privatsphäre. Egal, wie gut man sich versteht. Und wir brauchen ab und zu mal Ruhe, was mit drei Kindern schon schwierig ist, mit sieben allerdings quasi nicht machbar.

Tubing auf dem Fluss mit dem Großen und meiner Schwester. Das war ein bisschen auch in Kindheitserinnerungen schwelgen.

In den ersten zwei Wochen machten wir zusammen Ausflüge zu Wasserfällen und Tropfsteinhöhlen, waren baden in heißen Quellen und sind in LKW-Reifen den Fluss Pai hinuntergeschippert.

Highlight waren die Trauerfeierlichkeiten für einen Mönch in Pais ältestem Tempel. Es war eine tagelange Party mit Musik und Gebeten, Tänzen, Boxkämpfen und jeder Menge Essen. Das Ende bildete die Kremierung mit Feuerwerk und riesigem Tamtam. Unglaublich, dass wir das so miterleben durften.

Diese ‘Beerdingung’ war ein richtiges Spektakel.

Ende des Monats fühlte es sich für uns richtig an, weiterzuziehen. So beenden wir den Januar in Chiang Mai, um im Februar Richtung Meer, nach Koh Phangan, weiterzuziehen.

Planen, schreiben, austauschen – Arbeiten von unterwegs

Wenn es so viel zu sehen gibt, so viele Prozesse gleichzeitig losgetreten werden, dann passiert bei mir folgendes: Ich sprudle über vor Ideen und habe gleichzeitig keine Zeit, um alles zu Papier zu bringen.

In den ersten Wochen des Jahres stand das Schreiben sehr im Fokus meiner Arbeit. In Judiths Kurs fühle ich mich sehr gut aufgehoben und begleitet, kann im Austausch mit anderen und über Feedback weiter wachsen und dazulernen und schmore beim Schreiben nicht mehr im eigenen Saft.

Arbeiten von unterwegs. Allein die Umgebung regt meine Kreativität an und macht mich richtig happy.

Mit Svenja an meiner Seite habe ich angefangen, über Hochsensibilität und den Umgang mit ihr zu schreiben. Zum einen werde ich für ihr neues Buch über hochsensible Kinder ein Kapitel zum Thema Übergänge begleiten schreiben, zum anderen über Bedürfnisse und Muttersein für das Buch für hochsensible Eltern.

Gleichzeitig fand mein neues Mini-Coaching-Konzept großen Anklang und ich werde jetzt immer wieder 45-minütige Coachingsessions zum Lebensrad, zu deiner Balance im Alltag, anbieten. Auch erste Kennenlerngespräche fanden bereits in Thailand statt und ich merke, wie gut es ist, mit dieser neuen Energie an meine Arbeit und meine Coachingbegleitungen ranzugehen. Ich sprudle über, wie gesagt.

Beispielbild Lebensrad von wheeloflife.noomii.com

Wenn ich so gefüllt bin, ist vor allem Planung wichtig. Deswegen bin ich sehr dankbar für Lenas Planungsworkshop, der nicht nur zwei Stunden dauert, sondern in dem sie eine ganze Woche für das Thema reserviert hat. Was ist wann dran? Welche Idee darf noch etwas warten und welcher sollte ich mehr Fokus schenken? Was sind meine Ziele und wie komme ich dort hin… All diese Fragen stelle ich mir regelmäßig in solchen Workshops und bin jetzt ganz besonders dankbar für den Fokus, den ich so wieder bekomme.

Für ein weiteres Gemeinschaftsprojekt, diesmal mit Heike Spatz von Eltern im Wandel, habe ich in den ersten Wochen des Jahres meinen Kurs “Meine Bedürfnisse. Mutter sein. Ich sein.” weiter ausgearbeitet und aufgenommen und die Themenwoche dazu wird im Februar letztmalig kostenfrei stattfinden. Sei dabei!

Wann machst du das alles?

Diese Frage höre ich besonders oft. Nun, es ist eine Herausforderung auf Reisen. Da gibt es weder Schule noch Kindergarten, wo die Kinder den Vormittag verbringen. Außerdem ist da so viel, was ich sehen und erleben will. Letzten Endes ist es purer Wille und eine Vision, die mich trägt. Ich habe die Momente genutzt, in denen die Kinder ruhig gespielt haben. Außerdem meinen Mann hin und wieder um ruhige Arbeitszeit gebeten. Ich wachte früher auf und ging später ins Bett als alle anderen und arbeitete meine wichtigsten Punkte ab. Bei Terminen war klar: mein Mann ist zuständig. So arbeite ich eigentlich schon von Anfang an und es funktioniert, weil ich es will. Ich liebe es einfach, zu motivieren, zu inspirieren, zu begleiten. Da stellt sich mir selten die Frage von Wann oder Ob. Ich tue es einfach!

Yeah, die Kinder spielen! Angelika und ich nutzen die Ruhe und werkeln eine Runde.

Und ja, ich nehme mir auch MOMente für mich. Das ist inzwischen selbstverständlich geworden in meinem Alltag, auch wenn es an Reisetagen sicherlich zu kurz kommt. Oder wenn eins der Kinder krank ist, wie meine Tochter gerade. Insgesamt passt das aber für mich. Für uns. Wir wachsen weiter an all den Situationen hier, genauso wie Zuhause auch.

Auszeit mit Yoga und Meditation. Ja, manchmal ist ein Kind dabei. Für mich ist es trotzdem eine Auszeit und Qualitytime mit mir.

Wir schauen uns die Gegebenheiten an und arbeiten damit. Jeden Tag auf’s Neue. Oder, wie es das Touristenzentrum sagt:  It is best to travel to Thailand with an open mind and open schedule.

Was bringt der Februar?

Wir werden weiterreisen an’s Meer – nach Koh Phangan. Dort wird es einen weiteren Durchlauf der Themenwoche Meine Bedürfnisse. Mutter sein. Ich sein. geben. Es stehen weitere Buchprojekte an und natürlich Coaching-Begleitungen. Und, ehrlich gesagt, bin ich überzeugt, dass neue Ideen und Projekte auf mich zukommen werden. Wie immer am Meer. Deswegen bleibe ich lieber bei open mind und open schedule. Wer weiß, was noch passiert!

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2 Kommentare

  • Liebe Olga,
    das ist so wundervoll zu lesen und ich liebe es, Menschen zu treffen, die Inspiration für mich sind! Und dass wir uns über den Weg gelaufen sind, das ist einfach der Knaller! Weiterhin gute Reise meine Liebe. Herzlich die Heldenmacherin Nicole

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